Sonntag, 29. Januar 2012

El principio nuevo - der Neuanfang 2012

Ja - wo soll ich beginnen ? Hatte die letzten Monate sehr viel unternommen, um mich
mit der Stadt hier und ihren Einwohnern besser verständigen zu können.
Außerdem unternahm ich kleinere Reisen nach Uruguay / Montevideo und Mar del Plata, von 
denen ich euch jetzt nicht berichten möchte. Es war eine tolle Zeit in diesen Städten.
Dabei unterstützten mich viele nette & hilfsbereite Menschen aus der Couchsurfing-Comunidad:
http://www.couchsurfing.org/home
Hier vielleicht die "Abrazos libres" Aktion vom 7. Januar zu erwähnen. Sie wurde von einer 
Couchsurferin aus Brasilien ins Leben gerufen. Wir sind am Plaza de Mayo durch die Einkaufsstraße Florida und haben "free hugs" freie Umarmungen gegeben. Gerade die Straßenverkäufer haben sich über eine Umarmung sehr gefreut - einer musste sich die Tränen aus dem Gesicht wischen. Ist schoen Menschen ein bisschen Freude und Kraft durch eine "einfache" Umarmung geben zu können.
Wir (Franzose, Portenos, Canadierin, Brasilianerin, Deutsche) und haben Polizisten, Ladenbesitzer, Strassenverkäufer, Stadtbewohner, Schaufensterpuppen etc. umarmt. Hier jetzt mal ein Bildchen: 
Abrazos para todos !

Abrazo para la policia federal ! die Gruppe der CS´ler !


 









Wie ihr habt da drüben in Deutschland fast -10 Grad ? Ich sitze hier nur in Unterwäsche und
mir bläst - glaub das schreibt sich so - der Wind von 2 Ventilatoren ins Gesicht, da wir gerade 
- wartet ich buchtabiere es euch - S-O-M-M-E-R haben. Ist an vielen Tagen im Januar während der Arbeit wirklich einfach so ne Bullenhitze gewesen, dass ich oben ohne und mit diesen Schaumstoff-Platik tretern (ja FlipFlops) heißen die Dinger selbst noch gut geschwitzt habe. Ich nahm mir eigentlich schon für die ersten heißen Tagen vor, wo es morgens um 8 beim Weckerklingeln schon um die 30 Grad + hat, um 6:30 aufzustehen, um zum Beginn der Siesta dann schlafen gehen zu können. Aber natürlich ist der innere Schweinehund in mir einfach nicht zum Schlafen gekommen. "Oft" arbeite ich einfach bis 17 Uhr in den Abend hinein, um am nächsten Morgen mein Arbeitsbeginn um 8:45 wenigstens einmal die Woche mit einer ehrlichen Antwort an den fragenden Chef rechtfertigen zu können: "Buenas noches Samuel. Que pasa esta noche ?" Und nachdem ich endlich wieder einmal mit der Arbeit beginnen konnte, hatte ich gleich wieder - ja zwanghaft - zum Mate-Pause machen durch Roberto meine Arbeit für ne knappe halbe Stunde einstellen "müssen". Die Zeit genieße ich sehr, obwohl ich meist noch halb im Schlaf häng. Mit den beiden Chefs zusammensitzen und ein Mate nach dem anderen zu kippen; und nicht zu vergessen die Galletas (Art Gebäck) der Panadería (Bäckerei) um die Ecke. 
Und stimmt: En este momento los alumos tienen vacaciones - ahora puedo dormir como un baby.
Im Moment haben die Schüler ferien und ich schlafe wie ein Baby. Diese haben seit Mitte Dezember frei und für uns gingen ab diesem Datum die etwas aufwenigeren Arbeiten los: Fenster schleifen, Tische und Stühle hin und wieder her tragen, Mauern hochziehen, wie ein Irrer hab ich die Aula in weiß umgestrichen und noch viele andere schöne Dinge hatten mich die letzten Wochen auf Trapp gehalten.  Letzte Woche hatte ich eine Dachkonstruktion fertig gestellt. Hatte wirklich mal wieder Spaß gemacht etwas selbst planen und erarbeiten zu dürfen. Danach mussten die Tische der Mensa von mir erst aufgebaut und dann frisch angestrichen werden. Gerade ist ein Gewitter 00:25 durchgezogen und es regnet noch etwas - die Tische hatten also gerade etwas Regen abbekommen. Ihr erster Crash-Test dürfte überstanden sein. So ich werde morgen weiter schreiben mich ziehts langsam ins Bett....
Hier noch Bilder der letzten Tage: Januar 2012 in Bs. As.  
Construción de techo enero 2012

Construción de techo enero 2012

Construción de techo enero 2012

El gato siempre tiene hambre - Katze die seid gut 1 Monat bei uns rumhängt.

Bici wurde etwas aufgemotzt: Federung Forne, Led vorn, Bremse, Ständer !

Barrio Colegiales: Calle Av. Frederico Lacroze 29. Januar um 5 Uhr morgens nach der Pool-Party über Couchsurfing auf den Colectivo línea 71 a Villa Adelina warten und nach 10 Minuten gesagt bekommen: una quadra a la izquierda 71...auf gehts ! Um 6:30 früh war ich dann gestern im Bett und hab bis 17:00 Uhr geschlafen und bin jetzt eben erst richtig wach geworden.
 
   
 

 
   

Freitag, 7. Oktober 2011

Dias de trabajo después de todo lo que ha pasado - Arbeitstage nach allem, was bis jetzt geschehen ist

Zuerst will vorne weg erwähnt sein, dass ich hier nicht nur einen Arbeitstag an sich beschreiben werde
Nein - das wäre doch die falsche Art eines in Buenos Aires lebenden Schwaben einen neuen Eintrag zu gestalten!

Wo wollen wir hier ansetzten ? Natürlich mit dem Beginn jeden Tages: Dem Früchstück (Desayuno)
 Nachdem nun Nahuel - der zweite Mitfreiwillige des FJA-Programms - hier letzten Sonntag auch angekommen ist und nun endlich ein toller Wecker im Hause ist, komme ich schließlich etwas besser als zuvor aus dem Bett; eigentlich nicht wirklich - típico de mi nueva vida!
7:30-8:15: Aufstehen und Frühstücken + "akzeptabler" Arbeitsbeginn
 Die Aufstehzeit schwankt sehr stark. Faktoren wie: Vogellärm & Autolärm während der Nacht führen oft zu unruhigem Schlaf & nehmen erst zu Beginn des Sonnenlichts etwas ab. Hat man sich nun aus dem Bett gequält, wird erst einmal ein Mate-Tee gemacht, der dann gemütlich getrunken wird. Wenn alles funktionierte mit dem gestrigen Einkauf, habe ich einen Apfel mit etwas Müsli und Milch noch vor mir; eventuell auch noch ein Stück Brot mit Dulce de Leche (Art Nutella in Argentinien). Hat hier Juan Manuel (mein Ansprechspartner in Sachen Beschäftigung) noch nicht an die Haustür geklopft, bleibt noch Zeit den Mate zu leeren - ansonsten müssen eben gleich die Zähne ran.
8:15-10:30: Zum Meeting Point laufen und die Arbeit für den kommenden Tag "besprechen"
Es geht über den Schulhof, der teils von Roberto schon fleißig gefegt wird, hin zur Container-Werkstatt; auch taller genannt. Hier ein nettes Bild davon (eigentlich schon lange fällig):
 

Hier die Werkstatt mit allem Nötigen, was man so für die Arbeit 
( manteminiento = Instandhaltung) in einer Schule so brauchen kann.
Und was fehlt wird eben bei "Pipo" einer sogenannten ferretería schnell mal eingekauft. Ist noch ein gemütlicher Laden, in dem alles vorhanden ist, was für Werkeln aller Art benötigt wird. Hier hlaten sich solche Läden noch !

Und natürlich auch der Blick von außen. Ist eine ganz tolle Konstruktion - gestern hatten wir durchgehend nur Regen und Gewitter bei der Arbeit. Durch das Vordach lässt es sich auch gut bei solchen Wetterbedingungen arbeiten.
So wo sinn mer denn stehen geblieben ???
Achja bei der Arbeitsteilung. Oft wird erst im Laufe des Tages bekannt, was es zu arbeiten gibt. Oder - wie es letzte Woche der Fall war - ein Materialregal zusammenbricht. 
Hinter diesem roten Container hier gibt es eine Art Lager, in dem alle Arten von Rundstählen etc. gelagert werden. Dort stand ein wackeliges, schwarzes - ja ich würde es jetzt nicht mehr Regal nennen - Ding, das Vorfreiwillige "verdammt verdammt schlecht" zusammengeschweißt haben. 
Ich laufe also gegen 10:30 an diesem vorbei und es fällt plötzlich zusammen. Ein Glück das ich zum Arbeiten Stahlkappenschuhe trage. Wäre dem nicht so, hätte ich zerquetschte Zehen haben können.  Ein Glück, dass ich noch rechtzeitig zur Seite gesprungen bin und nur einige blaue Flecken am Oberschenkel als Erinnerung an diesen Tag davon getragen habe.
Was denken sich Leute, wenn sie so ein Gestell hochziehen ??
Also von deutscher Handwerkskunst weit, sehr weit entfernt. Schließlich war es nun unsere Aufgabe diese zum Teil auch schrottreifen Teile zu sortieren und eine Ordnung herzustellen, die es erstmals erlaubt sich sicher hinter unserer Werkstatt aufhalten zu können. Nun die Mate Pause hatte ich auch verschoben, um später mit Nahuel "Panchos" (Hotdogs) essen gehen zu können.
10:30-12:30: Lager ausräumen und sortieren 
Glaube das spricht für sich - endlich mal Ordnung und Stabilität in ein Lager zu bringen hat schon etwas Spaß gemacht, vor allem dient dieser Bereich auch als "Parkplatz" für mein kürzlich angeschafftes "motorisiertes" Fahrrad. Nahuel hat sich vorn hinweg schon in den Kopf gesetzt, dass er sich einen fahrbaren Untersatz anschaffen möchte - nun das ist das Resultat: 
Zwei deutsche Freiwillige an einer Waldorfschule mit tollen Bicimotors... es ging also Richtung Mittagspause, die wir ausgewogen anfangs mit Nichtstun (ausruhen) begonnen haben. 
 


12:30 - 14:30: Pausa !!
So es kann losgehen. Die Räder werden zum Starten klargemacht. Es geht in Richtung "Munro". Ein barrio , das eigentlich direkt um die Ecke ist. Dort haben wir "Panchos" zu Mittag gegessen und ein kühles "Quilmes" zu uns genommen. Ein Blick auf die Uhr: 14:15.
Es wird Zeit über die Hauptstraße den Heimweg anzuteten. Es geht also mit guten 55 km/h zurück zur Schule. 
Wie kann man sich so eine Fahrt in einer Mega-City vorstellen ??
Also - Verkehrsregeln adios ! Ich hatte damit keine Probleme endlich mal einfach drauf los fahren zu können; ohne Angst haben zu müssen, dass dich die Polizei im nächsten Moment wegen eines Verstoßes anhalten wird. Jeder ist für sich verantwortlich - da es kein rechts vor links gibt passieren eben auch - man glaubt es kaum - weniger Unfälle. Meist trifft folgendes zu: 
Der, der das größere und schnellere Fahrzeug hat, hat eingebaute Vorfahrt. Nachts sind das oft die Pizzalieferanten auf ihren Motorrädern, die auch ohne Licht mal schnell über die Kreuzung schießen.
Hier noch eine kleine Karte von unserem Ausflug während der tollen, zweistündigen Pause:


 



      









14:30-17:00 Uhr: Juan "auf den Boden holen" und den Hinterhofboden präparieren:
Wir kommen also mit einer Stunde Verspätung mit unseren Fahrrädern vor der Werkstatt an und empfangen gleich Juan, der natürlich fragt, wo wir uns so lange rumgetrieben haben. Nachdem ich ihm erklärte, dass wir keine "richtige" Mate-Pause hatten lacht er mich an und fährt schnell mal zu dem nahegelegenen Kindergarten...ich machte mich dann an das zusammenschaufeln von kleinen Steinen, die dem aufgeweichten Boden hinter der Werkstatt einen neuen Halt geben sollten.
Nun nachdem die Arbeit beendet war, bin ich mit dem neuen Materiallager sehr zufrieden. Alles hat seine Ordnung gefunden. Wir haben mehr Platz geschaffen und den Faktor Sicherheit in den Vordergrund gestellt.
Gegen Ende des "Arbeitstages" drückte mir Juan gleich Arbeit für den kommenden Tag auf: 
Befestige mal schnell ein Regal in der Schulküche Nummer 2 - kein Problem. Am Samstag Mittag war diesea dann nach einem frühen Einkauf bei "Pipo" (dem kleinen "Hornbach") endlich fest an der Wand angebracht:


Hier die Kopfzeile der ausgestellten Rechnung, die immer an Claudia geht. Sie ist sozusagen die Buchhalterin der San Miguel Arcangel.
Und rechts von diesem Text hier der Laden "Pipo". Eine sehr angenehme Strecke, da er in der Jose Maria Moreno liegt ;). 
Das heißt, er ist nur gut ein Kilometer die Straße hoch entfernt !




Wo waren wir denn jetzt bei meinem so "ordentlichen" Tagesablauf stehen geblieben ???
17:00-01:00 Uhr: Etwas für ein warmes Abendessen einkaufen; kochen und den Tag gemütlich mit einem Briechen + Film ausklingen lassen !
Wenn die Kraft noch vorhanden ist sich was gutes zu kochen dann kommt was gutes auf den Tisch:
 Hier zum Beispiel eine Gemüsepfanne mit gebratenen Papas(Kartoffeln). 
 Und nach dem Film werden noch Vokabeln gelernt bzw. alte wiederholt.
Ich möcht ja auch mal ein längeres Gespräch auf Spanisch führen können. 








Und mit folgendem Bild möchte ich diesen Eintrag abschließen: 
Liebe leser aus Stuttgart und Umgebung, eben aus ganz Deutschland und der Welt: 
Ja ich schaff hier was - bleibt gesund ich möcht euch nach diesem Jahr fit wiedersehen !
Saludos cordiales desde Buenos Aires Capital, San Isidro, Villa Adelina
Samuel  
Ps. feue mich immer von euch zu hören - danke für eure bisherigen Mails !
Ps(2). stimmt ich renn jetzt mit etwas weniger Haaren auf dem Kopf durch die Gegend


 

Dienstag, 27. September 2011

Tres días sin todos - Un excursión a La Pampa ( drei Tage ohne alles - ein Ausflug aufs Land)

Guten Abend und ein herzliches Buenas Noches aus Baires.
So nennen die richtigen Einwohner ihre Megacity.
Mit diesem Wort möchte ich diesen Eintrag beginnen - eigentlich unpassend zu den nächsten Zeilen, die ich mit den Eindrücken von einem dreitägigen Ausflug in die "Pampa" vollstopfen werde.
[Donnerstag bis Samstag-Mittag; 22. bis 24. September] 
Aber was ist schon unpassend für einen Schwaben im tollen Buenos Aires ;)
Es ging also mit knappen 40 Kindern aus der 5. Klasse am vergangenen Donnerstag auf eine ca.
70 Hektar großen Landstrich meiner Schule. Schon im Bus wurde ich herzlich von den Kindern aufgenommen - hatte gut im Bus gefrühstückt, Taschenkinos angeschaut und mich mit Gesprächen auf Spanisch versucht...
Nach gut 90 Minuten Fahrt - 20 Minuten davon waren Feldweg - kamen wir schließlich auf diesem "Campo" der Schule an. Erst musste Jose-Luis - der alle Klassenstufen wöchentlich aufs Land begleitet und dort sein zweites Zuhause hat - das riesige Tor zu diesem Abschnitt öffnen. Nachdem uns der Bus vor einem Tor abgeladen hatte, hieß es erst einmal Gepäck in die Häuser (Baracken) schleppen.  Dabei ist einem der eisige Wind durch die Klamotten gezogen - was ein Glück, das ich die Verspätung des Busses gut genutzt habe und mich noch schnell dem Kleidungsstil der Lehrer angepasst hab.
Außerdem wurde die kürzlich angestichenen Balken mitgeschleppt, um eine Art "Kirche" fertig zu stellen. Jede Klasse - so Jose-Luis - kommt hier mit einer zu bewältigenden Aufgabe her. Das aufgenommene Foto nach dem ersten Arbeitstag. Die Hälfte des Mauerwerks stand schon. Die Dachkonstruktion wurde von einem "Manuel", der eine Art Praktikum macht, übernommen. Sein Art war mir sehr unsympathisch; vor allem für einen 17. Jährigen ! Wir belassen es einfach bei diesem Namen.
Dann hatten bei diesem Bau natürlich noch Martin Ackermann, mein zweiter Ansprechspartner an der Schule und Esteban (s.B.) bei dem Bau mitgeholfen, nicht zu vergessen die fleißigen Kinder haben natürlich auch bei jedem Schritt Hand angelegt - ohne sie wäre es zeitlich mit der Fertigstellung sehr knapp geworden. Wie schon erwähnt - am ersten Tag war es sehr windig und kalt. Der Frühlingsanfang hatte wohl hier noch seine Startprobleme.





Ich nahm mir sicher auch Zeit, um diese tolle Landschaft festzuhalten. Weit und breit kein Autolärm hören zu müssen tat richtig gut - fast ein paar Tage Urlaub hab ich genießen dürfen. Ich machte mich also - kurz ist hier ja immer eine gute halbe Stunde - auf die neue Umgebung zu erforschen.
Noch ein paar Worte zu dem unten abgebildeten Motor. Nach dem ersten Abend , an dem die Kinder in Gruppen verschiedene Theater aufgeführt hatten, musste dieser für die Grundwasserförderung angeworfen werden. Doch am ersten Tag streigte er. Am frühen Freitag Morgen wurde ich von den Kindern gegen 6:30 geweckt. Es fängt ganz harmlos an: vom Ziehen am Schlafsack bis hin zum Ausdembettschlagen und Rumbabbeln - Sie können manchmal wirklich anstrengend sein. Mit zu wenig Schlaf im Schlepptau machte ich mich wieder an die Arbeit - wenigstens hatte so langsam der Frühling sein Gesicht gezeigt. Gegen Mittag - nachdem die Malzeit eingenommen war - machte ich mich über die Felder auf, um ein wenig zu Ruhe zu kommen. Nach 20 Minuten Sonnenbad auf einem tollen, trockenen Ackerboden wurde mir die Sonne schließlich zu heiß und die nachts eingefangene Erkältung wurde mit einem Sonnenstich noch etwas untermauert ( habe mir heute 27. September auch einen Tag frei genommen, um mit dieser Schluss zu machen)
Und was den Motor angeht ? Der lief am letzten Tag nach 3 Startversuchen endlich durchgehend !   














 
   


Jeden Abend gab es an diesem Feuer für die Kinder etwas warmes zu Essen (Reis, Nudeln und am letzten Mittag noch Pizza). Geschlafen habe ich zusammen mit Jose-Luis in einer Hütte mit Bambusdach. Wie gesagt bin immer noch sehr angeschlagen von diesem Landausflug. Doch es hat sich sehr gelohnt mal richtige Landluft atmen zu dürfen.

Dienstag, 20. September 2011

Mi vida como un porteño ( Mein Leben als Porteño )

Zu Beginn möchte ich mein Rauf und Runter, das diesen Blog hier auszeichnet, mit ein paar einleitenden Worten schmücken:
Gestern haben sich die Freiwlligen aus Buenos Aires in einem wunderschönen Café zu einem Kaffee verabredet. Es ging also mit Johanna nach 90 Minuten Busfahrt zu Fuß an bekannten Plätzen der Stadt vorbei - "Piramide de Mayo & dem Regierungssitz von Argentinien - der Casa Rosada.
Dann hieß es in der Avenida de Mayo das Gran Cafe Tortoni - mehr oder weniger - zu finden.
Das fiel uns nicht besonder schwer, denn vor diesem standen ca. 30 lachende Touristen mit ihren gezückten Kameras und warteten auf einen freien Tisch im Inneren. Nachdem die Anrufe bei Andreas Schubert, dem Meeting-Leiter, erfolglos blieben hieß es dem Türsteher klarmachen, dass eventuell eine Gruppe Deutscher einige Tische reserviert haben. "Hablas inglés?" Er reagiert mit "Un poco". 
Als ich nur die Worte "we reserved..." in den Mund genommen hatte wurde uns die Tür zu diesem palastähnlichen Saal aufgerissen. Schließlich trafen wir am anderen Ende den Tisch der Rudolf Steiner Leute. Ach das war ein schönes Gefühl - in so einer riesigen Stadt die Leute vom Tuebingen-Seminar wiedersehen zu können. Erfahrungen wurden ausgetauscht und ich konnte "geladenen" Vorfreiwilligen beim Berichten von ihrem Dienst zuhören. 
Nachdem die Sitzung für beendet erklärt wurde, die Freunde die Rechnung beglichen hatten ging es noch zu meiner bekannten Fressbude. Dort gab es dann noch für die Leutchen "Chorizo" zum Abendbrot. 
Immer wenn ich dieses Wort in den Mund nehme muss ich an die tollen Spanischstunden denken, die immer ähnliche Gespräche über paprika-Wurst pikant (Chorizo) mit sich zogen. 
Von der 11. bis hoch zur 13. Klasse - endlich kann ich sagen: Die hat echt eine pikante Seite !
Was jetzt auch noch auf die Seite gehört; und ich jetzt schon bei den Erfahrungen von damals bin muss dies hier noch gesagt werden bevor ich den Weg ins Bett so langsam einschlagen werde. 
(Auch nebenbei in guten 5 Minuten ist hier Frühlingsanfang 21. September 2011)
In der 11. Klasse hatte ich ein Kurzreferat über Buenos Aires gehalten. Hier muss ich einfach manche Lehrkräfte kritisieren in Sachen Ausführlichkeit, Inhalt und Zeit einer Präsentation/Referates.
Wie soll es möglich sein in 10 Minuten über eine Landeshauptstadt von einem anderen Kontinenten zu referieren ? Zurück zum Wesentlichen. Als ich meine ersten Stunden in der "Innenstadt" verbrachte hatte sich das Gerede von diesem Kurzvortrag plötzlich als reales Bild vor mir aufgetan. Nur das es jetzt in der Realität passiert - du erlebst es und redest nicht emotionslos drauf los. Ein Beispiel aus meinem Referat sei hier erwähnt. Die "Cartoneros" (Kartonsammler) sind hier oft ca. 6-7 jährige Kinder, die nichts haben und damit probieren an Geld zum Überleben zu kommen. So zeigt sich die Touristenstadt auch von ihren "wahren" Seiten. Später bin ich dann zusammen mit David , dem nun jetzt reisenden Vorfreiwilligen, 2 Minuten weiter an einem Theater vorbeigelaufen. Hier präsentierten sich die Besserbetuchten (coche y ropa). Der Unterschied ist hier zwischen Ober- und Unterschicht sehr auffällig; auch der Umgangston zwischen diesen  - absurd und niederträchtig ! Es mangelt an einer angemessenen Kommunikationsebene zwischen diesen "Gruppen"...
UNMENSCHLICHKEIT WOHIN DAS AUGE REICHT 




Dafür kommen ja viele Menschen aus dem Ausland und versuchen ihr Bestes diesem Mangel entgegen zu wirken ... muss schlafen hier noch ein paar Bilder ....

         
 

Sonntag, 18. September 2011

Dicho y hecho - gesagt und getan ?!

So ich hab es nach gut zwei Wochen Buenos Aires wieder einmal geschafft den Laptop hochzufahren und etwas „Aktualität“ ins Netz zu schieben.
Wir schreiben den 18. September 2011 und ab Montag werde ich 10 Tage die Hütte hier für mich haben, da David seinen letzten Urlaub nehmen wird.
Also wer schnell mal vorbeikommen möchte; hab vier freie, toll eingelegene Matratzen ;)
Was hat sich hier in den letzten Tagen denn TOLLES getan?
So langsam trudeln die letzten Freiwilligen in Buenos Aires-Villa Adelina ein. So kam Johanna – die im Kindergaten nebenan ihren weltwärts-Deinst leisten wird – Mitte der Woche hier an.
Die zweite Arbeitswoche war relativ entspannt; unser Vorarbeiter Juan war in dieser – wegen Knieproblemen – krankgeschrieben worden. So hatten wir recht wenig Druck beim „organisierten“ Arbeiten; die Mathe-Tee Pausen vielen somit auch länger als sonst aus.
(lässt sich mit einer Frühstückspause bei uns gut vergleichen)
Meine Aufgaben bestanden aus: Schüler, die sehr verhaltensauffällig den Unterricht negativ mitgestalteten, mit sinnlosem Anstreichen von Holzpflöcken zu beschäftigen, um ihnen klarzumachen, dass der Physik- und Mathelehrer sich nicht gern auf der Nase herumtanzen lässt; ach und dann war ich ja noch mit der Demontage der Parkverbotsschilder beschäftigt, denen am kommenden Montag der zweite Anstrich droht. Der erste Anstich hatte die zweite Hälfte der Woche in Anspruch genommen – natürlich wurde nebenher noch zahlreichem Kleinkram auf die Beine geholfen; so hatte gestern „Roberto dos“ (der Portier) bei seinem morgendlichen Kehren seinen Besenstiehl in zwei Hälfen gebrochen, die kurzer Hand von mir mit Draht (alambre) wieder zusammengefügt wurden.
Was hat es jetzt mit „Roberto uno/dos“ auf sich?
Ein älterer Herr, der nebenan wohnt, kommt oft in der Mate-Pause ans Schultor, um mit uns zu quatschen. Sein Name: Me llamo Roberto uno. Also um sich von dem Portier – der den gleichen Namen trägt – unterscheiden zu können. Ein netter Kerl, der einem normalen Arbeitstag das gewisse Etwas verpasst hat.
Außerdem musste David am vergangenen Donnerstag den Torwächter ersetzen, was ungefähr  sieben bis acht Stunden Rumsitzen bedeutete und den Leuten erklären, dass Roberto heute leider nicht da ist (Post entgegen nehmen etc. gehörte auch zu seinen Aufgaben – eben auch ein Mann für alles). Ich gesellte mich die letzten Stunden zu ihm, da ich meine monotone Malerei für diesen Tag satt hatte (nein Farbe muss ja auch trocknen;).
Während wir dann so am Eingang hangen und die letzten Schüler auf ihre Eltern warteten, waren wir plötzlich drei weitere Leute, die perfekt deutsch sprechen können. Der Chorleiter unserer Schule hat am „Goethe Institut“ in Buenos Aires sein Abi (bachillerato)gemacht. Zwei Schüler verstehen hier sehr gut deutsch – Sie seien vor ein paar Jahren hierher gezogen. Überdies kann die Gründerin der Schule perfekt Deutsch sprechen, die ich auf gut über achtzig Jahre schätze. Sie kommt hier noch regelmäßig vorbei, um die Katzen zu füttern. Bekommt aber von den Angestellten der Schule nicht sehr viel Aufmerksamkeit – find ich schade. Und noch zahlreiche andere Leute können hier ziemlich gut deutsch sprechen…
Und was mein Spanisch macht ? Ist auf dem Weg der Besserung: Step by Step !

Was hier noch zu Wort gebracht werden möchte sind: 
   Die ersten Eindrücke in der Innenstadt + Esskultur an einer Fressbude
  ( Referat über Buenos Aires in der 11. Klasse)
·         Das Nachtleben im Allgemeinen (Disco & die Möglichkeit des Einschlafens)
·         Wie ich hier mit Joggen im „freien“ Straßenverkehr fit bleiben kann
·         Die ersten Tage am Bett gefesselt – nur wegen einem Schluck Leitungswasser?

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