Dienstag, 27. September 2011

Tres días sin todos - Un excursión a La Pampa ( drei Tage ohne alles - ein Ausflug aufs Land)

Guten Abend und ein herzliches Buenas Noches aus Baires.
So nennen die richtigen Einwohner ihre Megacity.
Mit diesem Wort möchte ich diesen Eintrag beginnen - eigentlich unpassend zu den nächsten Zeilen, die ich mit den Eindrücken von einem dreitägigen Ausflug in die "Pampa" vollstopfen werde.
[Donnerstag bis Samstag-Mittag; 22. bis 24. September] 
Aber was ist schon unpassend für einen Schwaben im tollen Buenos Aires ;)
Es ging also mit knappen 40 Kindern aus der 5. Klasse am vergangenen Donnerstag auf eine ca.
70 Hektar großen Landstrich meiner Schule. Schon im Bus wurde ich herzlich von den Kindern aufgenommen - hatte gut im Bus gefrühstückt, Taschenkinos angeschaut und mich mit Gesprächen auf Spanisch versucht...
Nach gut 90 Minuten Fahrt - 20 Minuten davon waren Feldweg - kamen wir schließlich auf diesem "Campo" der Schule an. Erst musste Jose-Luis - der alle Klassenstufen wöchentlich aufs Land begleitet und dort sein zweites Zuhause hat - das riesige Tor zu diesem Abschnitt öffnen. Nachdem uns der Bus vor einem Tor abgeladen hatte, hieß es erst einmal Gepäck in die Häuser (Baracken) schleppen.  Dabei ist einem der eisige Wind durch die Klamotten gezogen - was ein Glück, das ich die Verspätung des Busses gut genutzt habe und mich noch schnell dem Kleidungsstil der Lehrer angepasst hab.
Außerdem wurde die kürzlich angestichenen Balken mitgeschleppt, um eine Art "Kirche" fertig zu stellen. Jede Klasse - so Jose-Luis - kommt hier mit einer zu bewältigenden Aufgabe her. Das aufgenommene Foto nach dem ersten Arbeitstag. Die Hälfte des Mauerwerks stand schon. Die Dachkonstruktion wurde von einem "Manuel", der eine Art Praktikum macht, übernommen. Sein Art war mir sehr unsympathisch; vor allem für einen 17. Jährigen ! Wir belassen es einfach bei diesem Namen.
Dann hatten bei diesem Bau natürlich noch Martin Ackermann, mein zweiter Ansprechspartner an der Schule und Esteban (s.B.) bei dem Bau mitgeholfen, nicht zu vergessen die fleißigen Kinder haben natürlich auch bei jedem Schritt Hand angelegt - ohne sie wäre es zeitlich mit der Fertigstellung sehr knapp geworden. Wie schon erwähnt - am ersten Tag war es sehr windig und kalt. Der Frühlingsanfang hatte wohl hier noch seine Startprobleme.





Ich nahm mir sicher auch Zeit, um diese tolle Landschaft festzuhalten. Weit und breit kein Autolärm hören zu müssen tat richtig gut - fast ein paar Tage Urlaub hab ich genießen dürfen. Ich machte mich also - kurz ist hier ja immer eine gute halbe Stunde - auf die neue Umgebung zu erforschen.
Noch ein paar Worte zu dem unten abgebildeten Motor. Nach dem ersten Abend , an dem die Kinder in Gruppen verschiedene Theater aufgeführt hatten, musste dieser für die Grundwasserförderung angeworfen werden. Doch am ersten Tag streigte er. Am frühen Freitag Morgen wurde ich von den Kindern gegen 6:30 geweckt. Es fängt ganz harmlos an: vom Ziehen am Schlafsack bis hin zum Ausdembettschlagen und Rumbabbeln - Sie können manchmal wirklich anstrengend sein. Mit zu wenig Schlaf im Schlepptau machte ich mich wieder an die Arbeit - wenigstens hatte so langsam der Frühling sein Gesicht gezeigt. Gegen Mittag - nachdem die Malzeit eingenommen war - machte ich mich über die Felder auf, um ein wenig zu Ruhe zu kommen. Nach 20 Minuten Sonnenbad auf einem tollen, trockenen Ackerboden wurde mir die Sonne schließlich zu heiß und die nachts eingefangene Erkältung wurde mit einem Sonnenstich noch etwas untermauert ( habe mir heute 27. September auch einen Tag frei genommen, um mit dieser Schluss zu machen)
Und was den Motor angeht ? Der lief am letzten Tag nach 3 Startversuchen endlich durchgehend !   














 
   


Jeden Abend gab es an diesem Feuer für die Kinder etwas warmes zu Essen (Reis, Nudeln und am letzten Mittag noch Pizza). Geschlafen habe ich zusammen mit Jose-Luis in einer Hütte mit Bambusdach. Wie gesagt bin immer noch sehr angeschlagen von diesem Landausflug. Doch es hat sich sehr gelohnt mal richtige Landluft atmen zu dürfen.

Dienstag, 20. September 2011

Mi vida como un porteño ( Mein Leben als Porteño )

Zu Beginn möchte ich mein Rauf und Runter, das diesen Blog hier auszeichnet, mit ein paar einleitenden Worten schmücken:
Gestern haben sich die Freiwlligen aus Buenos Aires in einem wunderschönen Café zu einem Kaffee verabredet. Es ging also mit Johanna nach 90 Minuten Busfahrt zu Fuß an bekannten Plätzen der Stadt vorbei - "Piramide de Mayo & dem Regierungssitz von Argentinien - der Casa Rosada.
Dann hieß es in der Avenida de Mayo das Gran Cafe Tortoni - mehr oder weniger - zu finden.
Das fiel uns nicht besonder schwer, denn vor diesem standen ca. 30 lachende Touristen mit ihren gezückten Kameras und warteten auf einen freien Tisch im Inneren. Nachdem die Anrufe bei Andreas Schubert, dem Meeting-Leiter, erfolglos blieben hieß es dem Türsteher klarmachen, dass eventuell eine Gruppe Deutscher einige Tische reserviert haben. "Hablas inglés?" Er reagiert mit "Un poco". 
Als ich nur die Worte "we reserved..." in den Mund genommen hatte wurde uns die Tür zu diesem palastähnlichen Saal aufgerissen. Schließlich trafen wir am anderen Ende den Tisch der Rudolf Steiner Leute. Ach das war ein schönes Gefühl - in so einer riesigen Stadt die Leute vom Tuebingen-Seminar wiedersehen zu können. Erfahrungen wurden ausgetauscht und ich konnte "geladenen" Vorfreiwilligen beim Berichten von ihrem Dienst zuhören. 
Nachdem die Sitzung für beendet erklärt wurde, die Freunde die Rechnung beglichen hatten ging es noch zu meiner bekannten Fressbude. Dort gab es dann noch für die Leutchen "Chorizo" zum Abendbrot. 
Immer wenn ich dieses Wort in den Mund nehme muss ich an die tollen Spanischstunden denken, die immer ähnliche Gespräche über paprika-Wurst pikant (Chorizo) mit sich zogen. 
Von der 11. bis hoch zur 13. Klasse - endlich kann ich sagen: Die hat echt eine pikante Seite !
Was jetzt auch noch auf die Seite gehört; und ich jetzt schon bei den Erfahrungen von damals bin muss dies hier noch gesagt werden bevor ich den Weg ins Bett so langsam einschlagen werde. 
(Auch nebenbei in guten 5 Minuten ist hier Frühlingsanfang 21. September 2011)
In der 11. Klasse hatte ich ein Kurzreferat über Buenos Aires gehalten. Hier muss ich einfach manche Lehrkräfte kritisieren in Sachen Ausführlichkeit, Inhalt und Zeit einer Präsentation/Referates.
Wie soll es möglich sein in 10 Minuten über eine Landeshauptstadt von einem anderen Kontinenten zu referieren ? Zurück zum Wesentlichen. Als ich meine ersten Stunden in der "Innenstadt" verbrachte hatte sich das Gerede von diesem Kurzvortrag plötzlich als reales Bild vor mir aufgetan. Nur das es jetzt in der Realität passiert - du erlebst es und redest nicht emotionslos drauf los. Ein Beispiel aus meinem Referat sei hier erwähnt. Die "Cartoneros" (Kartonsammler) sind hier oft ca. 6-7 jährige Kinder, die nichts haben und damit probieren an Geld zum Überleben zu kommen. So zeigt sich die Touristenstadt auch von ihren "wahren" Seiten. Später bin ich dann zusammen mit David , dem nun jetzt reisenden Vorfreiwilligen, 2 Minuten weiter an einem Theater vorbeigelaufen. Hier präsentierten sich die Besserbetuchten (coche y ropa). Der Unterschied ist hier zwischen Ober- und Unterschicht sehr auffällig; auch der Umgangston zwischen diesen  - absurd und niederträchtig ! Es mangelt an einer angemessenen Kommunikationsebene zwischen diesen "Gruppen"...
UNMENSCHLICHKEIT WOHIN DAS AUGE REICHT 




Dafür kommen ja viele Menschen aus dem Ausland und versuchen ihr Bestes diesem Mangel entgegen zu wirken ... muss schlafen hier noch ein paar Bilder ....

         
 

Sonntag, 18. September 2011

Dicho y hecho - gesagt und getan ?!

So ich hab es nach gut zwei Wochen Buenos Aires wieder einmal geschafft den Laptop hochzufahren und etwas „Aktualität“ ins Netz zu schieben.
Wir schreiben den 18. September 2011 und ab Montag werde ich 10 Tage die Hütte hier für mich haben, da David seinen letzten Urlaub nehmen wird.
Also wer schnell mal vorbeikommen möchte; hab vier freie, toll eingelegene Matratzen ;)
Was hat sich hier in den letzten Tagen denn TOLLES getan?
So langsam trudeln die letzten Freiwilligen in Buenos Aires-Villa Adelina ein. So kam Johanna – die im Kindergaten nebenan ihren weltwärts-Deinst leisten wird – Mitte der Woche hier an.
Die zweite Arbeitswoche war relativ entspannt; unser Vorarbeiter Juan war in dieser – wegen Knieproblemen – krankgeschrieben worden. So hatten wir recht wenig Druck beim „organisierten“ Arbeiten; die Mathe-Tee Pausen vielen somit auch länger als sonst aus.
(lässt sich mit einer Frühstückspause bei uns gut vergleichen)
Meine Aufgaben bestanden aus: Schüler, die sehr verhaltensauffällig den Unterricht negativ mitgestalteten, mit sinnlosem Anstreichen von Holzpflöcken zu beschäftigen, um ihnen klarzumachen, dass der Physik- und Mathelehrer sich nicht gern auf der Nase herumtanzen lässt; ach und dann war ich ja noch mit der Demontage der Parkverbotsschilder beschäftigt, denen am kommenden Montag der zweite Anstrich droht. Der erste Anstich hatte die zweite Hälfte der Woche in Anspruch genommen – natürlich wurde nebenher noch zahlreichem Kleinkram auf die Beine geholfen; so hatte gestern „Roberto dos“ (der Portier) bei seinem morgendlichen Kehren seinen Besenstiehl in zwei Hälfen gebrochen, die kurzer Hand von mir mit Draht (alambre) wieder zusammengefügt wurden.
Was hat es jetzt mit „Roberto uno/dos“ auf sich?
Ein älterer Herr, der nebenan wohnt, kommt oft in der Mate-Pause ans Schultor, um mit uns zu quatschen. Sein Name: Me llamo Roberto uno. Also um sich von dem Portier – der den gleichen Namen trägt – unterscheiden zu können. Ein netter Kerl, der einem normalen Arbeitstag das gewisse Etwas verpasst hat.
Außerdem musste David am vergangenen Donnerstag den Torwächter ersetzen, was ungefähr  sieben bis acht Stunden Rumsitzen bedeutete und den Leuten erklären, dass Roberto heute leider nicht da ist (Post entgegen nehmen etc. gehörte auch zu seinen Aufgaben – eben auch ein Mann für alles). Ich gesellte mich die letzten Stunden zu ihm, da ich meine monotone Malerei für diesen Tag satt hatte (nein Farbe muss ja auch trocknen;).
Während wir dann so am Eingang hangen und die letzten Schüler auf ihre Eltern warteten, waren wir plötzlich drei weitere Leute, die perfekt deutsch sprechen können. Der Chorleiter unserer Schule hat am „Goethe Institut“ in Buenos Aires sein Abi (bachillerato)gemacht. Zwei Schüler verstehen hier sehr gut deutsch – Sie seien vor ein paar Jahren hierher gezogen. Überdies kann die Gründerin der Schule perfekt Deutsch sprechen, die ich auf gut über achtzig Jahre schätze. Sie kommt hier noch regelmäßig vorbei, um die Katzen zu füttern. Bekommt aber von den Angestellten der Schule nicht sehr viel Aufmerksamkeit – find ich schade. Und noch zahlreiche andere Leute können hier ziemlich gut deutsch sprechen…
Und was mein Spanisch macht ? Ist auf dem Weg der Besserung: Step by Step !

Was hier noch zu Wort gebracht werden möchte sind: 
   Die ersten Eindrücke in der Innenstadt + Esskultur an einer Fressbude
  ( Referat über Buenos Aires in der 11. Klasse)
·         Das Nachtleben im Allgemeinen (Disco & die Möglichkeit des Einschlafens)
·         Wie ich hier mit Joggen im „freien“ Straßenverkehr fit bleiben kann
·         Die ersten Tage am Bett gefesselt – nur wegen einem Schluck Leitungswasser?

J

   
              

Mittwoch, 7. September 2011

Mis primeros dias de trabajo en colegio San Miguel Arcangel - Meine ersten Arbeitstage an der Schule

Zu Beginn möchte ich noch kurz ein paar Worte zu meiner Ankunft verlieren. Nachdem ich "Patricia" nach der Kofferausgabe in dem Schilderwald von Namen gefunden hatte, ging es mit ihrem Taxi von dem EZE-Flughafen ab über die bereiteste Autobahn der Welt (Panamericana) nach Villa Adelina, das meine zukünftige Adresse für dieses Auslandsjahr sein wird. Auf der riesigen Straße fährt man nun mit Tempo 100; dann kommt plötzlich von rechts ein Hund auf die Straße gelaufen. Zum Glück nix passiert, denn Patricia ist ja in Buenos Aires groß´geworden. Vorbei an unzähligen Reklametafeln ging es dann endlich auf die Abfahrt nach Villa Adelina - ein "normales" Viertel hier in den Außenbezirken von Buenos Aires. 
Abgeladen hatte mich erst einmal David mit einem breiten Grinsen in Empfang genommen (er hat nun sein Jahr hier bald abgeschlossen und weiß sehr gut was die nächsten Monate auf mich zukommen wird). Ein toller Typ, der mich bis jetzt super unterstützt hat in Sachen Einkaufen, Arbeitsleistungen, gut-ausschlafen, gut-mittagmachen und natürlich beim Übersetzen von dem schnellen Gerede der vielen netten Menschen auf dem Schulgelände.
Jetzt aber nun zu meinen ersten Arbeitstagen hier an dem Colegio San Miguel Arcangel :
El lunes (Montag) - nach der Vorstellung in der Aula mit Diana, meiner Ansprechpartnerin wenn es um Organisatorisches Zeug etc. geht , wurde ich Juan vorgestellt, der eine Art Hausmeister hier an der Schule ist und sozusagen mein "Arbeitgeber" während des Jahres sein wird. Kaum ein paar Worte gewechselt ging es auch schon los mit Fexen und reparieren eines Zauns. Später wurde ich dann mit David zum nahegelegenen Kindergarten geschickt, um eine Fläche mit Beton auszulegen - mit dem Zeug wollte ich schon immer mal gearbeitet haben. Nun nachdem Schubkarre mit Arbeitsmschinen und einem "tollen" Betonmescher rüber geschafft wurden machten wir uns an die Arbeit - heute am dritten Arbeitstag haben wir noch die Feinheiten dieser Fläche über die Bühne gebracht; dauerte also wirklich lang bis diese Sache fertig war - hat mir aber schon sehr viel im Umgang mit Beton geholfen...und am ersten Tag gleich das Kabel des Betonmescher - versehentlich - abgehängt (3x insgesamt) und eine Hauptsicherung rausgehauen, die aber in einem Sicherungskasten, den wir nicht auffinden konnten, versteckt war...NUN hier gilt Geduld zu haben, denn hier heißt es :
Was du heute kannst besorgen, das verschiebe eben auch mal auf morgen !
Ich freue mich auf die nächsten Monate- und vor allem auf den Frühling, der hier Mitte September bald einkehren wird - Ja endlich Sommer !

Dieses liebe Hündchen hier beleitet mich bei der Arbeit - Hund von Juan. Sie trägt den Namen "el hueso" (Knochen). Heute bekam sie den Rest von umserem Eis - wenns ums Essen geht ist dieser Hund kaum zu bremsen.
Und das Bild hier unten zeigt das Haus, in welchem ich wohnen darf...der erste Eindruck trügt ;) 





Was diese große Palme zu bedeuten hat ? Sie schmückt hier das Anwesen - den Schulhof. Also hier lässt es sich gut aushalten ...
Hier links das Hauptgebäude der Waldorf-Schule. Insgesamt sind knappe 500 Schülerinnen und Schüler hier zum Lernen "verdonnert".
Ist alles dabei von kein nach groß - während dem Arbeiten hat also immer irgendwer seine Pause.
Der ältere Herr auf dem Foto ist Roberto  - eben auch ein Mann für alles und richtig freundlich.
Und am Rande - der Schulhof ist hier mit Muscheln bedeckt ... fehlt also nur der Strand ;)

So präsentiert sich die Schule nach außen !
Schild am Eingangstor ...


In dieser Straße wohne ich also für ein Jahr. Zwischen Golfplatz (links) und der Waldorfschule. Sieht ja eigentlich ganz gemütlich aus dieser Abschnitt. Folgende Daten seien hier auch erwähnt:
Rennstrecke für aufgemotzte Karren, wie eine Art achte Fahrspur der Panamericana - unter der Woche.
Aber es lässt sich trotz allem gut einschlafen ;)